Morgens um 6 Uhr machten wir, also alle neunten Klassen, uns am 2. Februar mit dem Bus auf den Weg in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Um 9:30 Uhr begannen unsere Führungen über das Gelände, auf dem im März 1933 das Lager errichtet, im April 1945 befreit und 1965 die Gedenkstätte eingerichtet wurde. Dort begleitete uns ein Guide und berichtete über die schrecklichen und menschenunwürdigen Dinge, die während des zwölfjährigen Lagerbetriebs stattfanden.
Unser erster Stopp war vor der ehemaligen Ausbildungsstätte der SS. Hier erhielten wir Einblick in die Hintergründe, die zur Errichtung des Lagers führten. Anschließend gingen wir weiter zum Hauptgelände der Gedenkstätte und passierten das Tor mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“. Dort führte uns unser Guide durch das damalige Wirtschaftsgebäude. In diesem erfuhren wir, wie die Gefangenen ankamen und registriert wurden, wie sie gefoltert, gedemütigt und ausgebeutet wurden. Er erzählte uns außerdem, wer die Gefangenen des Lagers gewesen waren, berichtete von den verschiedenen Häftlingsgruppen und stellte uns einige Einzelschicksale vor.
Danach überquerten wir den Appellplatz und betraten eine nachgebaute Baracke. Dort erklärte uns unser Guide, unter welchen Umständen die Gefangenen geschlafen und gelebt hatten. Wir sahen die Betten, die Toiletten, die Waschtröge und den Aufenthaltsraum. Anschließend gingen wir die Allee entlang in Richtung eines der Wachtürme, von denen aus das KZ ursprünglich überwacht worden war. Dort erklärte der Guide, dass SS-Männer die Kappen der Gefangenen absichtlich ins Gras warfen, um sie zu quälen.
Danach folgte der emotionalste Teil der Führung: Wir gingen zum Krematorium und zur Gaskammer, die auch als „Baracke X“ bekannt ist. Dort schilderte der Guide, wie Menschen vergast und wie die Leichen der im Lager Getöteten verbrannt wurden. Er wies jedoch auch darauf hin, dass nicht sicher sei, ob die Gaskammer in Dachau tatsächlich in Betrieb war, da das Lager als eine Art „Versuchs-KZ“ diente. Im Anschluss hatten wir die Möglichkeit, selbst durch die Gaskammer und das Krematorium zu gehen. Zum Abschluss unseres Gedenkstättenbesuchs versammelten wir uns noch einmal am Mahnmal des Lagers und tauschten unsere Eindrücke aus.
Der Lerngang war für uns ein sehr bedrückendes Erlebnis, das wir im Unterricht ausführlich nachbereiteten, indem wir über unsere Fassungslosigkeit angesichts dieser Grausamkeiten sprachen. Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau war – darin waren wir uns alle einig – eine sehr lehrreiche Erfahrung, und wir hoffen, dass so etwas niemals wieder geschieht.
Von Lale, Leni und Janez (9b)







